FIS-Juniorcamp und Weltmeisterschaften Rollski in Madona/Lettland

Nach einer Woche mit intensivem und vielseitigem Training im internationalen FIS Junior Camp in Madona/Lettland mit Sportlern aus 6 verschiedenen Ländern, nahm ich vom 7.8.2019 bis zum 11.8.2019 an der FIS Rollerski Weltmeisterschaft in Madona teil.

Das Trainingslager bereitete uns Junioren mit 2-3 Einheiten pro Tag intensiv auf die Wettkämpfe vor. Haupttrainer war der Rollski-Weltmeister aus Norwegen von 2011 (und nun auch aktueller) Ragnar Bragvin Andresen, von dem ich viele neue Trainingsmethoden kennenlernte. Zudem gab er uns auch viele Hinweise zur Wettkampfgestaltung.  Das Training fand auf sehr, sehr anspruchsvollen Strecken statt. Oft fuhren wir unsere Strecken im „Smereces Sills Biathlon-Stadion“, zudem ging es zu Ausdauertouren (Crosslauf, Stockläufe) in die endlos herrliche Wald-Landschaft oder in die Berge. In diesem Juniorcamp war ich der einzige deutsche Teilnehmer. Ich habe viele neue Sportler aus Lettland, Rumänien, Littauen und der Ukraine kennengelernt und Freundschaften geschlossen.

Danach hatte ich 2 Tage zur Regeneration, ehe die Rollski-WM begann. Am 7.8. reiste das Deutsche DSV Rollski Team nach Madona, sodass wir das erste offizielle Training gemeinsam absolvieren konnten. Zu dem am 8.8. stattfindenden Klassikwettkampf wurden die Rollski gestellt, so dass ich mich erst einmal an diese gewöhnen musste.

Am 8.8.19 ging es dann im Einzelstart auf die 20km – Strecke im Biathlonstadion „Smereces Sills“ in Madona, die ich zum Glück schon aus dem Trainingslager kannte. Die Strecke hatte es in sich, ein ständiger Wechsel von An- und Abstiegen sowie schnelle Kurven. Das hieß, ständiges Arbeiten mit den gebremsten Rollen. Ich musste mir das Rennen gut einteilen, die 8 Runden waren hart. Die ersten Runden bin ich etwas zu offensiv angegangen, so dass ich hinten raus leider Zeit verloren habe und die Kräfte schwanden. Bei der sehr starken Konkurrenz erreichte ich Platz 27. Am Abend gab es die Official Opening Ceremony mit Flaggeneinlauf der teilnehmenden Nationen auf der Medals Plaza.

Am Nachmittag des 9.8.18 stand der 200m Sprint in der City von Madona auf dem Plan. Vormittags war noch das Training für den Massenstart im Plan. 16:00 Uhr begann dann die Sprint-Qualifikation, wobei jeder einen Einzelstart absolvierte. Die Strecke verlief ansteigend. Da die Wettervorhersage für den Sprinttag wechselhaftes Wetter mit Regen, aber auch Sonne vorhersagte, war die Wahl der Rollen entscheidend, aber auch sehr kompliziert. Ich musste mich zwischen Regenrollen, die nur auf nassem Asphalt einen optimalen Grip besitzen oder zwischen Sprintrollen, die ein sehr guten Grip auf trockenem Asphalt haben, entscheiden. Also ein echtes Dilemma. Jedoch wollte ich auf Nummer sicher gehen und habe die Regenrollen gewählt, da die Sprintrollen auf nassem Asphalt kaum Haftung haben. Ich wollte mit den Sprintrollen kein Risiko eingehen. Aber wie es kommen musste, blieb die Strecke, zu meinem Nachteil, trocken. Somit hatte ich nicht den besten Abdruck und habe Zeit verloren. Ärgerlich. (Die Zeiten waren sehr eng, binnen 1 sek finishten ca. 8 Sportler)…Mir fehlten für die Qualifikation für das Viertelfinale der besten 16 Sprinter 1,19 Sekunden und so beendete ich den Wettkampf mit Platz 24. Danach verfolgte ich an der Strecke die spannenden Endläufe der anderen Sportler.

Am Abend hieß es dann Rollski-basteln, da wir für das Massenstart-Rennen (siehe Profil ganz unten) am 10.8.19 nur Rollen bekommen hatten. Diese passten nicht in alle Holme, so dass es ziemlich aufregend war, ob die Rollski noch rechtzeitig Wettkampf-tauglich wurden. Teilweise mussten Holme verbogen werden…sehr abenteuerlich. Auch der Massenstart fand am Freitag in der City von Madona statt. Gemeinsam ging unsere große Junioren-Gruppe um 16:50 Uhr in der freien Technik auf die Strecke. Anders als bei den anderen Rennen, die von Taktik geprägt waren, ging vom ersten Meter an die Post ab… Ich habe alles versucht, am Hauptfeld dran zu bleiben, hatte aber bei dem rasanten Tempo leider keine Chance. Ich merkte schnell, dass das heute nichts werden wird. So musste ich mich über die 6 Runden allein quälen und durchkämpfen. Während des Rennens habe ich mich immer schlechter gefühlt, so dass am Ende auch die Dynamik und die Kraft für ein besseres Ergebnis fehlte. Am Ende Platz 29.

Die WM-Wettkämpfe beendeten am 11.8.19 die Teamsprints, bei denen pro Nation und Kategorie 2 Sportler ein Team bildeten. Jeder absolvierte die gleiche Strecke im Wechsel. Mein Teampartner Kilian und ich mussten im „Smereces Sills“ Biathlon Stadion in der Skating-Technik jeweils 3 Runden absolvieren. Auch hier war wie in den Damen- und Herren-Rennen nichts von Taktik zu spüren. Vom Start an war dies ein echtes Sprint-Rennen der Junioren, welches nur auf Tempo gefahren wurde. Kilian konnte die erste Runde noch mitgehen, leider musste ich in der 2. Runde eine Lücke reißen lassen. Auch innerhalb des Rennens wurde uns nichts geschenkt…am Ende Platz 10 und ein Rückstand von 2:07min. Trotzdem waren wir zufrieden mit unserer Leistung, da wir unser Bestes gegeben haben und wussten, wie schwer der Kampf werden würde.

Danach hieß es schnell die Sachen packen, da um 13:00 bereits der Shuttle-Bus nach Riga zum Flughafen abfuhr.

Die Rollski-Weltmeisterschaft war bis auf die Rollen-Problematik super organisiert. Ich konnte wichtige Erfahrungen sammeln und habe viele neue Leute kennengelernt. Natürlich habe ich mir ergebnistechnisch mehr erhofft, aber die Konkurrenz ist sehr stark. Bedanken möchte ich mich bei meiner Familie, meinen Freunden, meinem WM-Team und bei meinen Vereinskameraden, die mich super unterstützt und mich während der WM vor Ort und aus Deutschland immer wieder angefeuert haben. Vielen Dank auch an „NordicX“ und „Redvil“ für die Unterstützung. Nun heißt es den Blick nach vorn zu richten…nächstes Ziel: Weltcup-Finale in Italien im September.

Text: Moritz Kirschner

Fotos: Moritz Kirschner, Antonio Richter, Agris Veckalnins

 

Trainings- und Wettkampfstrecke im Biathlonstadion „Smereces Sills“:

volle Distanz: 21711 m
Maximale Höhe: 180 m
Minimale Höhe: 146 m
Gesamtanstieg: 500 m
Gesamtabstieg: -482 m

 

Massenstart-Rennen in Madona:

volle Distanz: 21334 m
Maximale Höhe: 161 m
Minimale Höhe: 134 m
Gesamtanstieg: 345 m
Gesamtabstieg: -344 m

 

Ein Kommentar zu FIS-Juniorcamp und Weltmeisterschaften Rollski in Madona/Lettland

  1. Albrecht Lauterbach sagt:

    Moritz,ein sehr informativer Bericht.Vorbereitung Taktik, Materialwahl ,Kampfgeist,Erfahrung- alles war gefordert.Schoen dass Du diese W M erlebt hast.Du kannst mit besten Voraussetzungen die naechsten Starts angehen

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