Saisonabschluss beim Skadi Loppet im Bodenmais

Am Wochenende hieß es auch für mich, auf zum letzten Wettkampf der Saison.
Das letzte Rennen der Saison sollte am Samstag mit dem 17km Skating Wettbewerb beginnen. Schon auf der Fahrt zum Großen Arber zeigte sich das Wetter nicht gerade von seiner besten Seite. Aus Regen wurden Schneeregen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Nicht gerade das schönste Wetter, aber was soll’s, Skilanglauf ist nun mal kein Indoorsport. Beim Gang zur Startnummernausgabe dann die Negativnachricht des Tages, Rennen abgesagt. Unwetterwarnung vor Sturm, da war an keinen Wettkampf zu denken.
Nun hieß es also zurück zum Hotel und denn Regentag anders nutzen. Da blieb nur ein kleiner Waldlauf oder besser gesagt Berglauf übrig, um wenigstens etwas Spannung für morgen aufzubauen. Am Nachmittag stand dann die Frage des Wachsens für den nächsten Tag. Nach einem zweiten Abstecher zur Wettkampfstrecke entschied ich mich für Klister Silber und so wurden die Ski auf der Terrasse des Hotelzimmers für den nächsten Tag präpariert.
Der Sonntag begann, wie der Samstag geendet hatte, mit Dauerregen bei 6°C. Meine Lust auf 42km sank rapide. Da es auch 30 Minuten vor dem Start der 42km nicht so aussah, als ob der Regen aufhören würde, entschied ich mich, die 24 km in Angriff zu nehmen. Eine Stunde nach dem ersten Start des Tages ging es dann auch für mich los. Um 10:00 Uhr wurde das Feld auf die Strecke geschickt, doch noch bevor ich die Startlinie überquerte, lag ich das erste mal im Schnee. Ein junger Herr schräg hinter mir war zu stürmisch gestartet, konnte nicht mehr bremsen und riss gleich noch 3 andere Läufer mit um. So war ich also schon Sekunden nach dem Start völlig nass. Trotz des Dauerregens war die Loipe in einem guten Zustand und auch mein Ski ging gut, so dass ich recht entspannt den ersten Teil der Strecke hinter mich brachte. Gingen die ersten Kilometer mit den Anstiegen noch recht sorglos, so spürte ich mit den ersten Abfahrten die Nässe und Kälte und je länger die Strecke wurde, desto kälter wurde mir. Bei Kilometer 18 hatte dann die Nässe auch meine Schuhe vollständig besiegt. Ich stand im Wasser und kam mir vor wie beim Wasserskifahren und nicht beim Skilanglauf. Zum Glück kannte ich das Gefühl des Eisbadens aus meinen Trainingseinheiten im November, so dass mich das Fußbad nicht wirklich störe, aber neben den Füßen, meldeten sich jetzt auch die Hände. Durch die nassen Handschuhe waren die Finger jetzt so ausgekühlt, dass sie sich nicht wirklich mehr bewegen ließen. Spätestens jetzt war ich überglücklich, mich für „nur“ 24 km entschieden zu haben. Mit dem Wissen, dass es ja nur noch 6 km waren, also 75% der Strecke schon geschafft waren, ging es also weiter Richtung Ziel. Völlig durchgefroren und mit steifen Fingern kam ich nach 1:55 h im Ziel an, wo mir die fleißigen Helfer die Ski abnahmen und in die Hand gaben. Selbst hätte ich das nicht mehr hinbekommen. Zu meiner großen Freude bedeutete diese Zeit Rang 3 in der Altersklassenwertung und so gab es dann bei der Siegerehrung noch einen Pokal als kleine Entschädigung für die Strapazen des Tages.
Ich kann nur vor allen Sportlern den Hut ziehen, welche sich an diesem Tag auf die 42 km Strecke begeben haben. Mir haben 24 km gereicht.
(A.N.)

5 Beiträge zu “Saisonabschluss beim Skadi Loppet im Bodenmais”

  1. Albrecht und Helga Lauterbach sagt:

    Wir kennen den Arber bei besserem Wetter, und da pfiff der Wind schon gewaltig. Respekt, unter diesen unwirtlichen Verhältnissen 24 km zu laufen, und als Lohn sogar ein Pokal. Nun heißt es regenerieren für die Laufsaison.

  2. Uli sagt:

    Und ich kann nur den Hut ziehen vor den 24 km bei dem Wetter. Einfach nur Respekt und nein, im leben hätte ich nicht mit dir tauschen wollen. Hoffe du bist trotzallem schnell ins warme gekommen und vorallem gesund geblieben.

  3. sabine böhm sagt:

    Herzlichen Glückwunsch zum 3. Platz! Bei mir blieben die Hände trotz Nässe zwar warm, aber ich habe deutlich länger gebraucht. Zu Hause habe ich meine Sachen gewogen: 3,8 kg. Es war schon krass bei meistens strömendem Regen 24 km Skilanglauf zu machen. Ein bißchen was von einer Megakneipkur hatte das schon.

  4. Frank sagt:

    Megamäßig! !!! Klasse gemacht. Da merkt man aber immer wieder wie wichtig es ist dass der Kopf gut mitspielt und nur das Ziel vor Augen hat. Super.

  5. Mario sagt:

    Heldinhaft. Wow. Verneig.

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